Begegnung mit Meinrad Schütter

Pressestimmen zum Klangbuch: Grenzland


«Dieses «Grenzland» zwischen Stimme und Verstummen, diesen Grenzbereich aus Wörtern und der Stille dazwischen erkundet Neeser in seinem jüngsten Projekt ge-meinsam mit dem Cellisten Martin Merker, der unter anderem Mitglied der Camerata Bern und des Aargauer Symphonie-Orchesters ist. Daraus ergibt sich ein höchst bemerkenswertes Zusammen- und Wechselspiel, bei dem die Musik niemals nur als Untermalung des gesprochenen Wortes dient. Im Gegenteil: Martin Merkers Cello bildet eine eigenständige zweite Stimme, die, mal widerständig, mal anschmiegsam, die Stimme des Autors begleitet, sich zwischen die Worte und Verse drängt, ihnen «nachklingt» oder Kontrapunkte setzt: «Hör über den Ausklang der Glocke / hinein / überhör dich hindurch / in den offenen Ton.» Diese Offenheit zeigt sich auch daran, wie vielseitig Merker sein Cello einzusetzen weiss: Gestrichen, gezupft und nicht selten auch noch als Schlaginstrument verwendet, entwickelt es eine Lebendigkeit und Intensität des Ausdrucks, die einem Gedicht wie «Alptraum» eine geradezu unglaubliche Wucht verleiht und dabei die erste Stimme des Autors gleichsam vor sich her treibt.»

«Diese Gedicht-«Vertonung» stammt wie einige andere Kompositionen von Meinrad Schütter. Sie zeigen noch einmal die ganz eigene Tonsprache, die dieser 2006 verstorbene Komponist entwickelt hat: fragmentiert, rhythmisch pointiert, mitunter fragil den einzelnen Tönen nachlauschend und dann wieder dynamisch ausgreifend.»

«Neesers und Merkers «Klangbuch» – vom Wolfbach Verlag vorzüglich gestaltet – ist eine spannende Erkundung im Grenzgebiet zwischen Literatur und Musik, ein Stimmenduett, das ganz neue Räume erkundet – nie weit entfernt von der Stille und doch glücklicherweise immer einen Schritt davon entfernt. Die Wahrheit mag im Schweigen liegen; die Schönheit liegt in den Klängen davor und danach.»
Andreas Wirtensohn in der Aargauer Zeitung

«Ein wunderbares Klangbuch. Was hier fantastisch gelingt, ist das Zusammenspiel des Cellos mit der Sprache. Aber nicht so, dass das Cello die Sprache untermalt oder illustriert, sondern das Cello schweift aus, schafft Raum, macht auf – und dann kommt die Sprache. Die Texte bekommen so einen ganz eigenen Raum, um uns zu beschäftigen. Texte, die uns beschäftigen müssen!»
Schweizer Radio DRS 2, Reflexe

«Neeser und Merker unternehmen den Versuch, die Grenzen von Musik und Sprache auszuweiten, beides zu verschränken und einen Klangraum von eindrücklicher Dimension zu öffnen. Neeser schreibt mit eigenwilliger Sprachkraft; Martin Merker verbindet das Wort Neesers mit moderner, farbiger und das Dichterwort sensibel nachempfindender Cello-Kunst.»
Vorarlberger Nachrichten

«Keine schnell zu verschlingende Lesekost; die Gedichte wollen vielmehr ausgekostet und verdaut sein. Die modernen, reichen Klänge des Cellos (das in den Händen von Martin Merker regelrecht mit dem Publikum spricht, brüllt und säuselt) helfen dabei: Sie schaffen Lesepausen und Denkräume. Das Besondere an diesem Klangbuch ist, dass man die lyrisch-muskalische Kost zu sich nehmen kann, wie man es am liebsten mag: lesend oder hörend.»
Schweizer Radio DRS 1, Regionaljournal AG/SO

«Die sanfte Stimme Neesers und die luzide Cellokunst von Martin Merker laden spontan zu inwendiger Meditation ein.»
Liechtensteiner Volksblatt

«Das Klangbuch Grenzland ist eine Herausforderung. Manchmal überschwemmen die Cello-Klänge die wenigen Wörter in den Gedichten, manchmal tanzen die Wörter wie Korken auf den Cello-Wellen. Seekrank wird man mit diesem Klangbuch nicht; die Fahrt ist allerdings mehr als eine gemütliche Bootsfahrt auf einem Weiher. Grenzland eben.»
Schweizer Radio DRS 1, Kulturtipp